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Materialkunde für Essbesteck

Gabel, Löffel, Messer – die Funktion bleibt gleich, egal, woraus das Besteck angefertigt wurde. In der Pflege gibt es jedoch einige Unterschiede, da verschiedene Materialien unterschiedliche Vor- und Nachteile haben. Vielen ist noch das Silberbesteck der Großeltern in Erinnerung, das aus dem gleichen Edelmetall besteht wie eine Halskette für Damen in silber. Wer durch ein Einrichtungshaus schlendert und in der Küchenabteilung einen Blick auf die Verpackungen der Sets mit Essbesteck wirft, stellt schnell fest, dass dieses Material auch heutzutage noch verwendet wird. Es stellt allerdings eher die Ausnahme als die Regel dar. Dieser Artikel erläutert die verschiedenen Werkstoffe.


Von Holz zu Silber

Im Mittelalter aßen die Menschen in Europa überwiegend mit Löffeln aus Holz. Dieses Material war weithin verfügbar und damit günstig, was für den Großteil der mittelalterlichen Bevölkerung wichtig war. Viele schnitzten ihr Essbesteck selbst, da sie kein Geld für den Kauf eines Löffels hatten. Besteck aus Metall blieb dem Adel und wohlhabenden Kaufleuten vorbehalten. Alternativ ließen sie Löffel aus Knochen oder Horn anfertigen, was ebenfalls aufwendig und teuer war. Gabeln, im Mittelalter nur mit zwei Zinken, nutzte meist ebenfalls nur die Oberschicht.

Edelleute ließen bereits zu dieser Zeit Besteck aus Silber bei Goldschmieden anfertigen. Mit Beginn der Renaissance im 15. und 16. Jahrhundert fand Silberbesteck größere Verbreitung und gehörte an europäischen Königshöfen zum Standard, was der Goldschmiedekunst großen Aufschwung bescherte. Die Beliebtheit des Bestecks, das durch seine feinen Verzierungen gleichzeitig Werkzeug und Tafelschmuck ist, hält bis heute an. Allerdings ist Silber relativ weich, weshalb es sich nicht scharf genug schleifen lässt, um über den Nutzen als Buttermesser hinauszugelangen. Nach wie vor ist das Edelmetall auch als Halskette Damen silber begehrt.

Aluminium und Edelstahl

In den 1920ern begannen Produzenten, Besteck aus Edelstahl herzustellen. Während des Zweiten Weltkriegs wurde für die Herstellung von Besteck jedoch verstärkt auf Aluminium zurückgegriffen. In der Zeit unmittelbar nach Kriegsende war Aluminium weiterhin leichter verfügbar als andere Rohstoffe, weshalb es bei der Besteckproduktion zum Einsatz kam. Anschließend hielt Edelstahl langsam Einzug in die Esskultur, da es früher als minderwertiger Ersatz für Silber galt und daher lange Zeit Kantinen und Restaurants vorbehalten blieb. Nach und nach entdeckten Privathaushalte die Vorzüge von Edelstahlbesteck, was zu seiner heutigen weiten Verbreitung beigetragen hat.

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